
Skoliosetherapie nach Schroth
Die Skoliosetherapie nach Schroth ist eine physiotherapeutische Behandlungsmethode, die speziell für Menschen mit Skoliose entwickelt wurde. Sie basiert auf einem Konzept, das von Katharina Schroth (1894–1985) in den 1920er Jahren entwickelt wurde. Ziel der Therapie ist es, die Verkrümmungen und Verdrehungen der Wirbelsäule zu korrigieren und die Haltung sowie die Funktion des Rückens zu verbessern.
Grundprinzipien der Schroth-Therapie
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Dreidimensionale Korrektur der Wirbelsäule:
- Die Skoliose wird als dreidimensionale Deformität betrachtet. Die Therapie setzt an allen drei Dimensionen (seitliche Krümmung, Rotation der Wirbelkörper und Veränderung der Rückenform) an.
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Atemtherapie:
- Die Schroth-Methode legt großen Wert auf die sogenannte drehwinkelkorrigierende Atemtechnik. Dabei wird die Atmung gezielt eingesetzt, um die verengten Bereiche der Brustkorbhälfte zu weiten und so die Haltung zu verbessern.
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Haltungsbewusstsein:
- Die Patienten lernen, die Fehlhaltungen der Wirbelsäule zu erkennen und aktiv eine korrigierte Haltung einzunehmen.
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Kräftigung der Muskulatur:
- Spezifische Übungen zielen darauf ab, die Muskulatur zu stärken, die für die Stabilisierung und Aufrichtung der Wirbelsäule notwendig ist.
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Individuelle Anpassung:
- Die Übungen werden individuell auf die spezifische Form und Ausprägung der Skoliose abgestimmt.
Ziele der Therapie
- Verbesserung der Haltung und Verminderung des Krümmungswinkels (soweit möglich).
- Linderung von Schmerzen.
- Vermeidung eines Fortschreitens der Skoliose.
- Förderung der Lungenfunktion und Verbesserung der Lebensqualität.
Für wen ist die Schroth-Therapie geeignet?
Die Therapie kann bei Menschen aller Altersgruppen mit Skoliose angewendet werden, von Kindern bis zu Erwachsenen. Besonders effektiv ist sie, wenn die Skoliose früh erkannt wird. Aber auch bei Erwachsenen kann die Methode zur Verbesserung der Beschwerden und der Haltung beitragen.
Durchführung der Therapie
Die Schroth-Therapie wird von speziell geschulten Physiotherapeuten durchgeführt. Sie kann in Einzeltherapien oder Gruppensitzungen erfolgen, je nach den Bedürfnissen des Patienten. Häufig wird die Therapie auch mit dem Tragen eines Korsetts kombiniert.